DAS ERSTE MEETING IN EUROPA


Karl Ohlberger


Wenn ich gebeten wurde einen kurzen Bericht über die Convention in Edinburgh zu geben, so kann ich nicht beginnen ohne den Organisatoren dieses "Festivals" zu danken: Mr. und Mrs. Laurence Taylor, die mit ihrem Team die viele Arbeit der langjahrigen Vorarbeit und Betreuung der über 200 Teilnehmer auf sich genommen haben. Von morgens bis spät in die Nacht waren sie nicht nur um den Ablauf des Programms, sondern auch um unser aller Wohl besorgt. Mr. & Mrs. Taylor werden bei der Abschiedsparty in jedem einzelnen Händedruck das 200-stimmige "Danke" gespurt haben.

Als Fagottist hat es mich besonders gefreut unser Instrument mit 120 Fagottisten vertreten zu sehen. Die U.S.A. als die Begründer des erfreulichen IDRS-Gedankens und der überwiegenden Mehrzahl der 1400 Mitglieder war neben Großbritannien (und Scotland!) als dem Gastgeberland naturgemäß am zahlreichsten vertreten. Wir Kontinental-Europaer waren aber sehr stolz über eine 20 Mitglieder umfassende Gruppe aus Finnland.

Aus Frankreich kamen 9 Fagottkollegen unter Fuhrung von Maurice Allard, welche mit besonderer Freude begrüßt wurden. Als Abschluß ihres Konzertes vereinigte sich das "French Bassoon Ensemble" mit einigen amerikanischen Kollegen zu einer "Etudes steréo for 12 Bassoons". Sie zeigte die Verbundenheit zu unseren französischen Kollegen. Mag es in vergangenen Jahren manche Vorurteile der verschiedenen Schulen gegeben haben, so sind diese einer gegenseitigen Wertschätzung gewichen. Die Familie des IDRS und die kunstlerische Persönlichkeit Maurice Allards werden einen wesentlichen Anteil daran haben.

Wenn andere Lander nicht so zahireich vertreten sein konnten, so haben die Freunde aus Canada, Venezuela, Australien, Rumänien, Deutsche Demokratische Republik, Schweden, Norwegen (und von hier auch aus dem nördlichsten Bodö), Israel, Belgien und aus meiner Heimatstadt Wien gezeigt, wie sehr uns die gemeinsame Sache am Herzen liegt.

Die Biographical Information mit 40 Namen von Ausfuhrenden der Veranstaltungen innerhalb dieser 4 Tage nimmt mir die Möglichkeit auf die Konzerte näher einzugehen. Die drei sehr interessanten Farbfilm-Vorfuhrungen über Bassoon-Reedmaking durch Don Christlieb, Dr. Wendel Jones und Dr. Donald M. Hardisty müssen als Grundpfeiler unseres Bläser-Daseins doch erwähnt werden.

Als äusserer Rahmen zum künstlerischen Programm fanden die verschiedenen Ausstellungen zahireiches Interesse: William Waterhouse zeigte eine große Collection seiner alter Instrumente, sowie Handschriften und Erstdrucke. Bei den Instrumentenmachern der alten und neuen Welt hatte man die seltene Gelegenheit die verschiedenen Fabrikate in großer Zahl nebeneinander zu spielen. Ein großes Noten-Angebot unserer Literatur, verschiedene Rohrfabrikate, Rohrwerkzeug-und Zubehör rundeten die taglich schon ab 9h geöffneten Exhibitions ab. Man mußte sich beeilen, um alles zu sehen und zu hören. Der Austausch der Erfahrungen war ein freundschaftliches und glückliches Nehmen und Geben.

Eine Einladung des Bürgermeisters dieser ehrwürdigen und wunder-schönen Festspielstadt ist als Anerkennung der weltumfassenden Idee unserer Society anzusehen.

Mit allen diesen Schilderungen über Edinburgh ist auch der Sinn und der große Wert der IDRS in kurzen Zügen umrissen.

Nicht nur Bindeglied zwischen allen Kollegen in der Welt, sondern mit Hilfe des Journals auch ein Kommunikationszentrum für alle unsere Interessensgebiete zu sein.

Daß es in Europa noch einige Länder mit großer Musiktradition gibt, deren Oboisten und Fagottisten unserer Familie noch ferne stehen, betrubt uns alle sehr. Ich hoffe, sie finden noch zu uns.

Für mich personlich wird Edinburgh durch das Wiedersehen mit so vielen alten Freunden und der herzlichen Atmosphäre unvergessen bleiben.


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